
Einführung in die Semiotik (Charles Sanders Peirce)
Mi, 06.05.2026, 19 - 21 Uhr
Teilnehmergebühr: 20,- Euro
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Zeichenlehre (Semiotik) von Charles Sanders Peirce.
Charles Sanders Peirce (1839–1914) war ein US-amerikanischer Philosoph, Logiker und Naturwissenschaftler und gilt als Begründer des Pragmatismus sowie als Pionier der modernen Semiotik.
Die Semiotik von Charles Sanders Peirce eröffnet Künstlern und Kunstwissenschaftlern einen ebenso grundlegenden wie praxisnahen Zugang zur Frage, wie Bilder Bedeutung erzeugen. Im Zentrum steht dabei die Einsicht, dass ein Bild nicht einfach „etwas zeigt“, sondern als Gefüge von Zeichen wirkt, das beim Betrachten Vorstellungen hervorruft und Deutungen anstößt. Ein gemaltes Objekt kann durch Ähnlichkeit verständlich werden, durch sichtbare Spuren auf etwas verweisen oder durch kulturell erlernte Bedeutungen aufgeladen sein. Diese unterschiedlichen Ebenen lassen sich bewusst einsetzen – sei es in der künstlerischen Produktion oder in der analytischen Auseinandersetzung.
Gerade für die Kunst eröffnet dieser Ansatz besondere Möglichkeiten: Bedeutung erscheint nicht als festgelegt, sondern als etwas, das sich im Wahrnehmen erst bildet, verschiebt und differenziert. Damit wird verständlich, warum Bilder mehrdeutig sind, warum sie irritieren oder faszinieren können und warum ihre Wirkung sich nicht vollständig in Begriffe auflösen lässt. Ein Seminar, das auf dieser Grundlage arbeitet, vermittelt daher nicht nur theoretisches Wissen, sondern schärft auch den Blick für die konkrete Bildpraxis: Wie lassen sich Wahrnehmung, Material und Bedeutung in ein produktives Verhältnis setzen? Und wie kann man die eigenen künstlerischen Entscheidungen reflektieren, ohne sie vorschnell zu vereinfachen? Die Auseinandersetzung mit Peirce bietet hierfür ein präzises und zugleich offenes Instrumentarium.

